Stadschifftunnel auf Stadlandet

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Die Halbinsel Stad (Stadlandet) gilt als einer der rauesten Küstenabschnitte Norwegens – und gleichzeitig als Traumrevier für alle, die Meer, Wind, Wellen und dramatische Landschaften suchen. Genau hier soll ein weltweit einzigartiges Infrastrukturprojekt entstehen: der Stad Ship Tunnel (norwegisch: Stad skipstunnel), im Deutschen oft als Stadschifftunnel bezeichnet. Ob das Großprojekt tatsächlich gebaut wird, ist aktuell politisch und finanziell umkämpft – als Reiseziel lohnt sich die Region aber schon heute.

Wenn du dich für kraftvolle Atlantikwellen begeisterst, passt als thematischer Abstecher auch dieser Beitrag auf wasser-urlaub.net: „Nazaré Wellen und Strandurlaub“ (Portugal) – ideal, um Big-Wave-Feeling im Vergleich einzuordnen: https://wasser-urlaub.net/nazare-wellen-und-strandurlaub/


Was ist der Stadschifftunnel auf Stadlandet?

Der Stadschifftunnel auf Stadlandet ist als Durchstich durch die Halbinsel geplant, damit Schiffe die besonders gefährliche Passage vor Stadhavet (Stadthavet) umgehen können. Die Idee: Statt draußen im offenen, wetterexponierten Meer zu warten oder riskant zu passieren, sollen Küstenfrachter, Fähren und andere Schiffe künftig geschützt durch einen Tunnel fahren können. (Kystverket – tar ansvar for sjøveien)

Kernzahlen (Planungsstand Kystverket):

  • Tunnellauf: ca. 1.700 m (mit Vor- und Einbauten insgesamt ca. 2.200 m)
  • Höhe (Basis bis Decke): ca. 50 m
  • Breite zwischen den Wänden: ca. 36 m
  • Ausbruch: ca. 3 Mio. m³ Fels (Kystverket – tar ansvar for sjøveien)

Allein diese Dimensionen erklären, warum der Stadschifftunnel auf Stadlandet als „Full-scale ship tunnel“ diskutiert wird – also nicht als kleines Bootsbauwerk, sondern als Anlage für relevante Küstenschifffahrt.


Aktueller Stand Ende 2025: gestoppt, reaktiviert, verhandelt

Der Projektstatus ist derzeit dynamisch:

  • Im Oktober 2025 hat die norwegische Regierung im Rahmen des Budgetprozesses vorgeschlagen, die Arbeiten zu stoppen – weil die eingegangenen Angebote deutlich über dem vom Parlament beschlossenen Kostenrahmen lagen. In der Regierungsmitteilung wird u. a. genannt, dass der preisadjustierte Rahmen bei 5,3 Mrd. NOK lag und Kystverket eine Fortführung nur mit einer Größenordnung von 9,4 Mrd. NOK für realistisch hielt. (Regjeringen.no)
  • Kystverket hat daraufhin mitgeteilt, das Projekt bis zur parlamentarischen Behandlung „on hold“ zu setzen – inklusive Ausschreibungsprozess. Gleichzeitig wird dort als „Latest news“ festgehalten, dass eine Mehrheit im Parlament Kystverket aufforderte, Verhandlungen mit den Bietern fortzusetzen.
  • Fachmedien berichten, dass infolge dieser Parlamentsmehrheit überarbeitete Angebote eingefordert wurden und die Grundlage für eine erneute politische Entscheidung im Zuge der Budgetrevision 2026 erarbeitet werden soll. (Tunnelbuilder)

Für dich als Reisende:r heißt das: Der Stadschifftunnel auf Stadlandet ist (noch) keine fertige Attraktion, aber ein spannendes „Megaprojekt am Meer“, das die Region zusätzlich ins Rampenlicht rückt.


Warum Stadlandet trotzdem ein Wasserurlaub-Highlight ist

Unabhängig vom Baustatus liefert der Stadschifftunnel auf Stadlandet einen perfekten Anlass, eine der spektakulärsten Küstenecken Westnorwegens zu entdecken: wilde Strände, steile Berge direkt am Meer und Surfspots, die international bekannt sind.

Hoddevik: Norwegens Surf-Klassiker

Hoddevik liegt ganz außen an Stad und ist berühmt für weißen Sand, steile Berghänge und konstanten Swell. Offizielle Reiseportale beschreiben Hoddevik als Favorit unter Surfer:innen – gerade weil Berge die Bucht teils vor dem schlimmsten Wind abschirmen können.

Wenn du den Stadschifftunnel auf Stadlandet als Aufhänger nimmst, ist Hoddevik die naheliegendste Kombi: tagsüber Strand und Wellen, abends Roadtrip-Vibes durch eine der fotogensten Küstenlandschaften Norwegens.


Die beste Reisezeit: Realistisch planen (Wetter ist das „Programm“)

Stadlandet ist nicht „Sommergarantie“, sondern Nordatlantik pur. Für klassischen Strandurlaub mit milden Temperaturen sind Juli/August am entspanntesten. Für Fotografie, Wind-Atmosphäre und Surfbedingungen kann die Schulterzeit (später Frühling/Frühherbst) sehr reizvoll sein – mit deutlich weniger Betrieb, aber mehr Wetterwechsel.

Wichtig: Genau diese Wetterhärte ist ja der Grund, warum der Stadschifftunnel auf Stadlandet überhaupt geplant wurde.


Anreise: Wie kommst du hin?

Stadlandet liegt in der Region Nordfjord (Vestland). Als grobe Orientierung: Nordfjord wird auf Visit Norway als Westküstenregion beschrieben, etwa vier Stunden südlich von Ålesund (mit dem Auto).
In der Praxis macht die Region am meisten Sinn als Roadtrip-Ziel (Mietwagen), weil du damit flexibel zwischen Küstenpunkten, Buchten und Aussichtslinien wechselst.


Mini-Route: 3 Tage rund um den Stadschifftunnel auf Stadlandet

Tag 1: Ankommen & Küstenlicht
Base in der Nordfjord-Region, erste Küstenstopps, Sonnenuntergang an einem windoffenen Aussichtspunkt.

Tag 2: Hoddevik-Tag (Strand, Surf, Fotos)
Vormittags Strandspaziergang, nachmittags Surfkurs oder Wellenbeobachtung. Hoddevik ist genau die Sorte Ort, die man nicht „abarbeitet“, sondern erlebt.

Tag 3: „Megaprojekt-Feeling“ & Rückfahrt
Thematisch zum Stadschifftunnel auf Stadlandet: informiere dich lokal über aktuelle Planungen/Sperrungen, kombiniere das mit weiteren Küstenstopps und fahre entspannt zurück.


Stadschifftunnel auf Stadlandet als Reiseanlass – nicht als Voraussetzung

Der Stadschifftunnel auf Stadlandet ist ein faszinierendes Projekt zwischen Ingenieurskunst, Sicherheitspolitik und Budgetrealität. Stand Ende 2025 ist der Bau nicht gesichert; gleichzeitig laufen auf Druck des Parlaments weitere Verhandlungen.

Für deinen Wasserurlaub ist das die beste Nachricht: Du brauchst keinen fertigen Tunnel, um Stadlandet zu lieben. Die Halbinsel liefert schon jetzt genau das, was man von Norwegens wilder Küste erwartet: Wind, Weite, Wellen – und Orte wie Hoddevik, die lange im Kopf bleiben.