
Tauchurlaub in Europa
5 spektakuläre Reviere zum Tauchurlaub in Europa ohne Langstreckenflug: Kristallklares Wasser, geheimnisvolle Höhlen, versunkene Schiffe und Begegnungen mit Meeresschildkröten: Für einen außergewöhnlichen Tauchurlaub muss man nicht auf die Malediven oder in die Karibik fliegen. Einige der spannendsten Unterwasserreviere liegen direkt in Europa. Wir stellen fünf Ziele vor, die sich hervorragend mit einem Urlaub am Wasser verbinden lassen.
Wer beim Tauchen von großen Fischschwärmen, Höhlen und spektakulären Unterwasserlandschaften träumt, denkt schnell an weit entfernte Reiseziele. Dabei lohnt sich der Blick auf die europäischen Meere.
Vom warmen Mittelmeer bis zum kühlen Nordatlantik reicht die Auswahl. Besonders interessant für einen Wasserurlaub: Viele Tauchreviere lassen sich mit Strandurlaub, Segeln, Bootsausflügen, Kajaktouren oder Inselhopping verbinden.
1. Azoren: Tauchen mitten im Atlantik
Die Azoren gehören zu Portugal, liegen aber weit draußen im Atlantik. Ihre vulkanische Entstehung macht sich auch unter Wasser bemerkbar: Lavagestein, Steilwände, Höhlen und bizarre Felsformationen prägen viele Tauchplätze.
Rund um Inseln wie São Miguel und Santa Maria können Taucher auf große Fischschwärme, Rochen und mit etwas Glück auch Delfine treffen.
Ein besonderes Revier für erfahrene Taucher ist das Gebiet um die Formigas-Inselchen und die Dollabarat-Bank. Hier sorgen die exponierte Lage und teilweise kräftige Strömungen für anspruchsvolle Tauchgänge – gleichzeitig bestehen gute Chancen auf Begegnungen mit größeren Meeresbewohnern.
Wasserurlaub-Tipp
Die Azoren sind ideal für Reisende, die nicht ausschließlich tauchen möchten. Whale Watching, Kajakfahren, Segeln und Touren entlang der vulkanischen Küste lassen sich hervorragend mit einzelnen Tauchtagen kombinieren.
Beste Reisezeit: etwa Juni bis Oktober
Geeignet für: Naturfans und erfahrenere Taucher
Wassertemperatur: im Sommer und Frühherbst ungefähr 20 bis 24 °C
2. Zakynthos: Tauchen mit Meeresschildkröten
Die griechische Insel Zakynthos ist vor allem für ihre Strände und spektakulären Felsküsten bekannt. Doch auch unterhalb der Wasseroberfläche gibt es einiges zu entdecken.
Höhlen, Grotten, Unterwasserbögen und steil abfallende Felsformationen machen die Insel zu einem abwechslungsreichen Tauchrevier.
Besonders berühmt ist die Region rund um die Bucht von Laganas. Sie gehört zu den wichtigsten Lebensräumen der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) im Mittelmeer.
Wer Schildkröten beobachten möchte, sollte besonders auf verantwortungsvoll arbeitende, lizenzierte Anbieter und die Schutzbestimmungen des Meeresnationalparks achten.
Keri Caves
Zu den bekanntesten Tauchgebieten gehören die Keri Caves im Südwesten der Insel. Das klare Wasser, Höhlen und natürliche Felsbögen machen das Gebiet sowohl unter als auch über Wasser sehenswert.
Wasserurlaub-Tipp
Zakynthos eignet sich besonders gut für Paare oder Familien, bei denen nicht alle Urlauber tauchen. Strände, Schnorcheln, Bootsausflüge und Badebuchten bieten genügend Alternativen.
Beste Reisezeit: Mai bis Oktober
Geeignet für: Anfänger und Fortgeschrittene
Pluspunkt: Kombination aus Tauchen und klassischem Badeurlaub
3. Island: Tauchen zwischen zwei Kontinenten
Ein Tauchurlaub auf Island hat mit klassischem Mittelmeertauchen wenig gemeinsam.
Der berühmteste Tauchplatz liegt nicht einmal im Meer: die Silfra-Spalte im Þingvellir-Nationalpark.
Hier dringt extrem klares Gletscherwasser durch poröses Lavagestein. Taucher bewegen sich zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte. Die außergewöhnliche Klarheit des Wassers ermöglicht enorme Sichtweiten.
Warm wird es allerdings nicht.
Auch im Sommer ist das Wasser nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt warm. Entsprechend wichtig sind geeignete Ausrüstung und Erfahrung mit dem Tauchen im Trockentauchanzug.
Ein weiteres außergewöhnliches Ziel befindet sich im Norden Islands: Strýtan. Dort ragen geothermische Schlote vom Meeresboden empor – eine Unterwasserlandschaft, die es in dieser Form nur an wenigen Orten gibt.
Wasserurlaub-Tipp
Island ist weniger ein klassischer Tauchurlaub als eine Rundreise, bei der Tauchen zu einem der Höhepunkte wird. Wasserfälle, Gletscher, heiße Quellen, Fjorde und Bootstouren machen Wasser praktisch zum ständigen Reisebegleiter.
Beste Reisezeit: Sommer bis Frühherbst
Geeignet für: erfahrene Taucher und Abenteuerurlauber
Besonderheit: außergewöhnlich klares Süßwasser in Silfra
4. Sardinien: Mittelmeerklassiker für Taucher
Wer warmes Wasser und mediterranes Urlaubsgefühl sucht, findet auf Sardinien besonders viele Möglichkeiten.
Rund um die italienische Insel verteilen sich zahlreiche Tauchgebiete mit Felslandschaften, Höhlen, Wracks und Fischschwärmen.
Bekannte Reviere liegen unter anderem bei La Maddalena, an der Costa Paradiso sowie rund um Capo Carbonara im Südosten der Insel.
Ein bekannter Tauchplatz ist die Secca del Papa vor dem Maddalena-Archipel. Das Gebiet ist unter anderem für Zackenbarsche und größere Fischschwärme bekannt.
Besonders interessant: Anreise mit der Fähre
Sardinien ist für Wasserurlauber auch deshalb spannend, weil die Insel ohne Flugzeug erreichbar ist.
Von mehreren italienischen Häfen verkehren Autofähren nach Sardinien. Damit lässt sich bereits die Anreise zu einem kleinen Teil des Wasserurlaubs machen. Außerdem können Tauchausrüstung, Fahrräder oder das eigene Auto unkomplizierter mitgenommen werden.
Wasserurlaub-Tipp
Wer mehrere Aktivitäten kombinieren möchte, findet auf Sardinien nahezu ideale Voraussetzungen: Tauchen, Schnorcheln, Segeln, Kajakfahren, SUP und klassische Strandtage lassen sich problemlos miteinander verbinden.
Beste Reisezeit: Mai bis Oktober
Geeignet für: Anfänger bis erfahrene Taucher
Pluspunkt: sehr vielseitig und per Fähre erreichbar
5. Malta und Gozo: Europas Paradies für Wracktaucher
Kaum eine europäische Destination bietet auf engem Raum so viele unterschiedliche Tauchmöglichkeiten wie Malta und Gozo.
Felswände, Grotten, Höhlen und außergewöhnlich klares Wasser prägen die natürlichen Tauchplätze. Hinzu kommen zahlreiche Wracks.
Ein besonders bekanntes Beispiel ist die Um El Faroud. Der ehemalige Tanker wurde nach einem schweren Unfall bewusst versenkt und hat sich inzwischen zu einem künstlichen Riff entwickelt.
Auch rund um Gozo warten zahlreiche Tauchplätze entlang der felsigen Küste.
Ideal für einen längeren Tauchurlaub
Die kurzen Entfernungen sind ein großer Vorteil der maltesischen Inseln. Je nach Wetter und Wind kann zwischen verschiedenen Küstenabschnitten und Tauchplätzen gewechselt werden.
Dadurch eignen sich Malta und Gozo besonders gut für Reisende, die während einer Woche oder länger möglichst viele unterschiedliche Tauchgänge unternehmen möchten.
Beste Reisezeit: April bis November
Geeignet für: Anfänger bis erfahrene Wracktaucher
Pluspunkt: große Auswahl an Tauchplätzen auf relativ kleiner Fläche
Welches Tauchrevier passt zu wem?
Wer einen klassischen Badeurlaub mit einigen Tauchtagen verbinden möchte, ist auf Zakynthos oder Sardinien besonders gut aufgehoben.
Für einen Urlaub, bei dem das Tauchen selbst im Mittelpunkt steht, bieten Malta und Gozo eine enorme Auswahl.
Wer dagegen wilde Natur und den offenen Atlantik sucht, sollte sich die Azoren ansehen.
Und für Taucher, die ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis suchen und mit kaltem Wasser kein Problem haben, dürfte Island kaum zu übertreffen sein.
Tauchurlaub muss nicht am anderen Ende der Welt stattfinden
Europas Unterwasserwelt ist anders als die tropischer Fernreiseziele – aber keineswegs weniger spannend.
Vulkanische Landschaften auf den Azoren, Meeresschildkröten vor Zakynthos, die Silfra-Spalte auf Island, mediterrane Tauchreviere rund um Sardinien und Wracks vor Malta zeigen, wie unterschiedlich ein Tauchurlaub in Europa aussehen kann.
Ein weiterer Vorteil: Viele dieser Destinationen eignen sich hervorragend für einen vielseitigen Wasserurlaub, bei dem Tauchen nur ein Teil der Reise ist.
Segeln, Schnorcheln, Kajakfahren, Bootstouren oder einfach ein paar Tage am Strand machen daraus einen Urlaub, der sich auch für Reisebegleiter eignet, die selbst nicht tauchen.
Titelfoto AI generiert



